Die Wesen des Mythos, zumeist unverwundbar wie auch desinteressiert, legen vieles, was mit den Menschen zu tun hat, oft in die Hände ihrer Anhänger und Handlanger - und deren Pläne können von cleveren Charakteren durchaus einmal durchkreuzt werden.

Eine allgemeine Zusammenfassung
Äußere Götter, Ältere Götter, Andere Götter
Die Großen Alten
Dienerrassen
Unabhängige Rassen
Was weggelassen wurde
Die irdische Prähistorie des Cthulhu-Mythos



Lovecraft schrieb einmal "Alle meine Geschichten basieren auf der fundamentalen Annahme, dass die menschlichen Gesetze, Interessen und Gefühle im Universum als solches keinerlei Bedeutung oder Nutzen haben.". Er ging zudem von der Vorstellung aus, die fundamentalen Wahrheiten des Universums seien so fremdartig und schrecklich, dass deren Bekannt werden keine andere Wahl mehr lassen würde als wahnsinnig zu werden oder Selbstmord zu begehen. Seiner Meinung nach konnte die Menschheit nur eines von beidem haben, das Gefühl der Sicherheit oder das Wissen um die Wahrheit.

Das menschliche Bewusstsein ist ein starrer Behälter, in dem die Wahrheit und ein gesunder Verstand nicht unendlich viel Platz zusammen haben - je mehr von einem hinzukommt, desto mehr schwappt vom anderen heraus. Menschen, die verzweifelt nach jener Macht gieren, die in der Wahrheit verborgen liegt, geben manchmal jeden Anspruch auf geistige Gesundheit auf, um die Fähigkeit zu erlangen, die verborgenen Mechanismen von Zeit und Raum manipulieren zu können. Sobald sie einmal des Teufels Pakt unterschrieben haben, nehmen es diese verrückten Zauberer und Hexenmeister billigend in Kauf, die Erde mit Tod und Vernichtung zu überziehen, solange nur sichergestellt ist, dass sie im Austausch hierfür noch mehr Macht und Wissen erhalten.

Lovecraft ließ die Schlussfolgerungen aus seinen Ideen in seine Fiktion einfließen und erschuf auf diese Weise den Cthulhu-Mythos. Dieser Ausdruck steht für eine komplexe und umfangreiche Sammlung von teilweise sich widersprechenden Erzählungen, Geschichten, Essays, Briefen und Schlussfolgerungen von unglaublicher Vielfalt, weshalb es praktisch unmöglich ist, sie im Detail zusammenzufassen - und dies nicht zu guter Letzt auch deshalb, weil noch heute überall auf der Erde ständig neues Material zum Mythos aus der Feder verschiedenster Autoren fließt. Lovecrafts Annahme, das wahrhaft Fremdartige müsse grundsätzlich auch unverständlich sein, trägt noch das Seine zur allgemeinen Verwirrung bei. Der Mythos wird nicht nur immer mysteriöser, er wird auch immer vielgestaltiger und widersprüchlicher: Es ist nicht nur so, dass wir nichts darüber wissen - es steht sogar fest, dass wir niemals wirklich alles darüber wissen werden.

So wie es sich im Augenblick darstellt, verwenden wir nur unsere Namen für all diese Dinge und Wesen - wir wissen nicht einmal, wie sich die Kreaturen des Mythos selbst nennen, geschweige denn, ob sie überhaupt so etwas wie Namen besitzen.


Eine allgemeine Zusammenfassung

Obwohl es zwischen den verschiedenen Wesen des Mythos kaum eine direkte Beziehung gibt, wissen wir doch, dass es einige von ihnen gibt, die eindeutig mächtiger sind als andere. Die Gottheiten sind natürlich (mit Abstand) am mächtigsten, gefolgt von den Großen Alten. Abgesehen davon gibt es weitere Wesen, die den Gottheiten bzw. den Großen Alten in vielerlei Weise zu Diensten sind - sie stammen oft aus ganz bestimmten, charakteristischen Rassen.


Äußere Götter, Ältere Götter, Andere Götter

Das Universum wird von mächtigen Wesen beherrscht, die als Ältere Götter, Äußere Götter oder auch Andere Götter bezeichnet werden, je nachdem, an welchen Autor man sich halten möchte. Nur einige wenige dieser Gottheiten sind namentlich bekannt, und der größte Teil von ihnen ist genauso blind wie geistlos. Nichtsdestoweniger sind sie alle unglaublich machtvoll - es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass einige von ihnen nicht einmal aus unserem Kosmos selbst stammen.

Die Äußeren Götter beherrschen das Universum und geben sich - mit Ausnahme von Nyarlathotep - nur selten mit den Menschen ab. Sterbliche, die sich in ihre Angelegenheiten einmischen zahlen dafür gewöhnlich mit ihrem Leben oder ihrem Verstand. Von einigen dieser Gottheiten kennt man die Namen - es scheint sich hier tatsächlich um so etwas wie Götter zu handeln, die zum Teil sogar als Personifikation eines kosmischen Prinzips angesehen werden können, im Gegensatz zu den Großen Alten, die eher grauenhaften Aliens gleichen. Nur ein paar wenige dieser Gottheiten interessieren sich für die Menschheit, bzw. sind bereit, die Existenz der menschlichen Rasse zur Kenntnis zu nehmen. Im konkreten Fall demonstrieren sie ihr Interesse üblicherweise, indem sie durch die Begrenzungen des Kosmos und der Dimensionen brechen, um ein schreckliches Vernichtungswerk zu beginnen. Alle Rassen und viele niedere Gottheiten des Mythos respektieren die Macht der Äußeren Götter und ein Großteil von ihnen betet sie an.

Die Äußeren Götter werden bis zu einem gewissen Grad von Nyarlathotep unter Kontrolle gehalten, der ihnen Sendbote und Seele zugleich ist. Sollten die Äußeren Götter sich nicht wohl fühlen, so stellt Nyarlathotep entsprechende Nachforschungen an. Azathoth, Dämonensultan und Herrscher des Universums, windet sich im geistlosen Tanz im Zentrum des Kosmos zur Musik einer dämonischen Flöte. Yog-Sothoth, eine Art Vizeherrscher oder Feldherr, existiert zugleich überall und zu jeder Zeit, ist jedoch merkwürdigerweise irgendwo außerhalb des Raum-Zeit-Kontinuums eingeschlossen.

Aus diesem Grund kann man Yog-Sothoth nur mittels sehr mächtiger Zauber auf diese Seite der Realität rufen, wohingegen man mit Azathoth theoretisch bereits zusammentreffen könnte, indem man einfach lange genug durch den Weltraum reist. Man weiß von einer Reihe von namenlosen Gottheiten, die sich selbstvergessen in einem langsamen Tanz um Azathoth herum wiegen.

Mit dem Ausdruck Ältere Götter bezieht man sich dagegen manchmal auf eine Rasse von Gottheiten, die unter Umständen als neutral, möglicherweise jedoch auch als Rivalen der Äußeren Götter anzusehen sind.

Sofern es diese Älteren Götter überhaupt gibt, scheinen sie zumindest nicht ganz so gefährlich für die Menschheit zu sein wie etwa Azathoth und dessen Gefolge. Andererseits kommen die Älteren Götter noch weit seltener mit den Menschen in Kontakt als die Äußeren Götter; Nodens ist der am besten bekannte Ältere Gott.

Die Äußeren Götter und die Älteren Götter wurden des öfteren zusammengeworfen und verwirrenderweise auch als Andere Götter bezeichnet, da man sie primär für Götter der äußeren Planeten hielt, und nicht für Götter der Erde an sich. Sie scheinen nur selten auf die Erde gerufen zu werden, doch wenn sie erscheinen, lässt sich nichts Grausigeres vorstellen (ach ja, nur, um noch ein wenig zur Verwirrung beizutragen: es gibt eine Reihe von weniger mächtigen Äußeren Göttern, die man als Niedere Andere Götter bezeichnet!).

Auch die Rassen, die man mit diesen Gottheiten in Verbindung bringt (Shantaks, Hetzende Schrecken, Diener der Äußeren Götter, Dunkle Junge von Shub-Niggurath) trifft man dementsprechend nur selten auf der Erde an.


Die Großen Alten

Die sogenannten Großen Alten sind nicht unbedingt so übernatürlich wie die Äußeren Götter, können jedoch ebenfalls als gottähnlich angesehen werden - auch sie bieten einem Menschen einen grauenhaften Anblick. Es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass Menschen sich der Anbetung eines Großen Alten hingeben, als einen Äußeren Gott zu verehren, da die Großen Alten im Vergleich zu letzteren den Menschen relativ nah sind und sich des öfteren auch mit menschlichen Angelegenheiten beschäftigen bzw. mit einzelnen Individuen Kontakt aufnehmen. Es kann durchaus geschehen, dass ein Großer Alter insgeheim von einem ganzen Clan oder einem Kult angebetet wird, während es wahnsinnige Einzelgänger im Gegensatz dazu typischerweise vorziehen, einen Äußeren Gott zu verehren. Wesen, die den Großen Alten zu Diensten sind, leben vorwiegend in entlegenen und einsamen Gegenden der Erde, und es sind in den meisten Fällen die Anhänger und fremdartigen Diener der Großen Alten, mit denen es die Charaktere am häufigsten zu tun bekommen.

Bei den Großen Alten selbst scheint es sich um immens mächtige und fremdartige Wesen mit übernatürlich wirkenden Kräften zu handeln, allerdings nicht um echte Gottheiten, wie man sich im Vergleich dazu die Äußeren Götter vorstellt. Jeder einzelne Große Alte scheint unabhängig von allen anderen Großen Alten zu existieren und viele von ihnen sind offenbar auf irgendeine Weise, zumindest temporär eingekerkert oder gefangen.

Man sagt, die Großen Alten könnten von einer Welt zur nächsten springen, sofern "die Sterne richtig stehen", doch sie könnten "nicht leben", wenn die falsche Sternenkonstellation am Himmel steht. "nicht leben" muss hierbei nicht unbedingt gleichbedeutend mit "tot" sein, wie schon ein berühmter Zweizeiler aus dem Necronomicon andeutet:

Das ist nicht tot, was ewig liegt,
bis das die Zeit den Tod besiegt.

Cthulhu, Lovecrafts berühmteste Schöpfung, ist ein solcher Großer Alter. Zusammen mit dem Rest seiner Rasse schläft er in einer gigantischen Gruft am Boden des pazifischen Ozeans. Cthulhu scheint der bedeutendste Große Alte auf der Erde zu sein, obschon es auch ähnlich aussehende Wesen seiner Art gibt, die jedoch zum einen weniger mächtig sind, und zum anderen über eine größere Bewegungsfreiheit verfügen. Ithaqua, der Windschreiter, streift frei und unbehindert durch die arktischen Regionen der Erde. Hastur, der Unaussprechliche, weilt irgendwo in der Nähe des Aldebaran und Cthugha ruht nicht weit von Fomalhaut. Ohne Zweifel gibt es weitere Große Alte, die andere Welten verseucht haben und einige dieser Welten werden wahrscheinlich sogar von einem dominanten Großen Alten beherrscht.

Jene Großen Alten, die auf der Erde bekannt sind, werden von Menschen herbeigerufen und angebetet, doch sieht man sich die Erzählungen an, so genießt Cthulhu eine größere Verehrung als alle anderen Großen Alten zusammen. Weniger mächtige Große Alte, wie etwa Quachil Uttaus, haben üblicherweise keine Anhänger, doch gibt es eventuell Zauberer, die wissen, wie man sie rufen kann. Diese Wesenheiten übernehmen in der Hierarchie des Mythos im wesentlichen die Rolle von Dämonen.

Doch selbst Cthulhu ist nur wenigen bekannt, und nur in Einzelfällen mischt sich ein Großer Alter einmal in menschliche Angelegenheiten ein. Einige Kommentatoren hegen die Vermutung, die Großen Alten würden nur selten über die Menschheit nachdenken oder sie überhaupt zur Kenntnis nehmen. In ihren Augen sind Menschen vernachlässigbar und unwichtig.


Dienerrassen

Es gibt oft eine spezifische Rasse, die mit einem bestimmten Großen Alten oder einem bestimmten Äußeren Gott in Verbindung gebracht wird - Byakhee gehören zum Beispiel zu Hastur, so wie etwa Dunkeldürre Nodens zugeordnet werden. Es handelt sich hier um die sogenannten Dienerrassen, und es kommt nicht selten vor, dass ein Gott sich in Begleitung einer größeren Zahl derartiger Wesen manifestiert.

Die Angehörigen einer solchen Rasse dienen oft als Attentäter, Boten, Spione oder Lieferanten - sie versetzen die Charaktere in Angst und Schrecken und spielen eine tragende Rolle bei den typischen Konfrontationen. Die Charaktere werden es relativ häufig mit Vertretern von Dienerrassen zu tun haben, während es nur unter extrem seltenen Umständen zu Begegnungen mit einem Äußeren Gott oder einem Großen Alten kommen sollte.


Unabhängige Rassen

Doch auch andere außerirdische Rassen spielen eine wichtige Rolle, und manchmal ist es einer solchen Rasse sogar schon einmal gelungen, einem Großen Alten die Stirn zu bieten. Die unabhängigen Rassen variieren sehr stark, was ihre Machtfülle betrifft, und einige von ihnen sind bereits ausgestorben. Sie stehen in einer engen Beziehung zu unserem Planeten, wie man etwa in "Berge des Wahnsinns" nachlesen kann, oder in "Der Schatten aus der Zeit".

In diesen Erzählungen berichtet Lovecraft seinen Lesern von der wahren Entwicklungsgeschichte der Erde. Einige dieser Spezies, wie etwa die Dhole oder Flugkraken, stehen nicht in einer engeren Beziehung zu einem bestimmten Gott, und andere, wie etwa die Älteren Wesen oder die Große Rasse, haben sich nicht einmal für Magie interessiert. Inwiefern eine dieser Rassen als höhere oder niedere Rasse einzustufen ist, hängt offensichtlich davon ab, für wie gefährlich ein durchschnittlicher Vertreter der entsprechenden Rasse gehalten wird.

Zu Beginn des kambrischen Zeitalters landeten Kreaturen auf der Erde, die man nur unter der Bezeichnung Ältere Wesen kennt. Sie beanspruchten einen großen Teil der Landfläche für sich, führten mit anderen Rassen Krieg und wurden schließlich bis in die Antarktis zurückgetrieben. Diese Älteren Wesen züchteten (eventuell nur aus Versehen) Organismen, aus denen sich schließlich die Dinosaurier, Säugetiere und schließlich auch der Mensch entwickelte. Sie brachten auch die schrecklichen Schoggothen hervor, deren letzter Aufstand schließlich fast zur vollständigen Ausrottung der Älteren Wesen führte.

Vor Äonen wurde dann das Bewusstsein eines auf der Erde heimischen Volkes kegelförmiger Wesen von der Großen Rasse übernommen, mentale Wesen, die von den Sternen kamen. Die Große Rasse überdauerte in den von ihnen übernommenen Körpern, bis sie vor etwa 50 Millionen Jahren von den schrecklichen Flugkraken besiegt wurden, jenen, nicht von der Erde stammenden Kreaturen, die von der Großen Rasse in weitläufigen Kavernen tief unter der Erde eingekerkert worden waren. Die Große Rasse hatte zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits Vorsorge getroffen und ihr Bewusstsein in die Zukunft versetzt, um der Vernichtung zu entgehen.

Dann kam das Gezücht Cthulhus auf die Erde und eroberte einen großen, im vorzeitlichen Pazifik gelegenen Landstrich, wurde dann jedoch unter dem Meer begraben, als dieser in den Fluten versank.

In der jurassischen Periode, vor weit über hundert Millionen Jahren, etablierten die Wesen, die als Fungi vom Yuggoth (auch als Mi-Go) bezeichnet werden, ihre ersten Stützpunkte auf der Erde. Nach und nach zogen sie sich auf die Gipfel einzelner Berge zurück, wo sie noch heute Minenkolonien und vergleichbare Unternehmungen unterhalten.

Im Rahmen dieser vorzeitlichen Parade sind noch ein gutes Dutzend weitere Rassen zu nennen, wie etwa das Schlangenvolk, das im permischen Zeitalter, also lange bevor sich die Dinosaurier entwickelten, bereits Städte und eine Zivilisation aufgebaut hatte, sowie eine geflügelte Rasse, die das Erbe der Großen Rasse von Yith antrat. Es werden sogar Rassen aus der Zukunft der Erde erwähnt, wie die käferartigen Organismen, die auf den Menschen folgen werden, sowie die intelligenten Arachniden, die letzte intelligente Lebensform, die in Billionen von Jahren die Erde bevölkern wird.

In unseren Tagen teilen die Menschen die Erde mit den Wesen aus der Tiefe, den Ghoulen (die in irgendeiner Weise mit den Menschen verwandt zu sein scheinen) und einer Handvoll von Mi-Go. Es kommt vor, dass auch andere Wesen die Erde von Zeit zu Zeit besuchen oder irgendwo im Verborgenen schlummern oder ruhen.


Was weggelassen wurde

Der Autor dieses Spieles übernimmt die Verantwortung dafür, bestimmte Teile des derzeitigen Mythos ignoriert zu haben, die ihm selbst nicht gefielen und die seiner Meinung nach nicht in das ursprüngliche Konzept Lovecrafts passen. So entfiel zum Beispiel die Vorstellung vom "Krieg im Himmel", nach der die Großen Alten gegen die Älteren Götter kämpften und von ihnen besiegt wurden - wobei die Großen Alten für das kosmische Böse standen während die Älteren Götter die gute Seite verkörperten.

Diese Idee von einem kosmischen Krieg findet sich in keinem von Lovecrafts eigenen Werken und, was noch weit alarmierender ist, diese Idee würde einigen der essentiellen Schrecken, welche Lovecrafts Ideen ursprünglich hervorbrachten, viel von ihrer Eindringlichkeit nehmen.

Das ursprüngliche Grauen eines leeren, weiten, mitleidlosen Universums, dem die Menschheit nackt und wehrlos ausgeliefert ist, würde viele seiner Schrecken einbüßen, wenn man das Zeichen der Älteren wie Kruzifix nebst Weihwasser vor sich hertragen könnte und im Hintergrund ständig die weisen, guten Älteren Götter bereit stehen, einem die Haut zu retten, wenn es mal eng wird.

Der Autor hat auch darauf verzichtet, die Idee zu übernehmen, nach der einige der Großen Alten in gewisser Weise den griechischen Elementen Erde, Wasser, Feuer und Luft zugeordnet werden (personifiziert durch Nyarlathotep, Cthulhu, Cthugha und Hastur). Dieses Konzept hält einer genaueren Untersuchung in keiner Weise statt (wenn Cthulhu ein Gott des Wassers ist, warum liegt er dann tot begraben am Meeresgrund?), und schwächt zudem die Vorstellung, nach der die Großen Alten monströse, außerirdische Wesen sind.

Natürlich bleibt die Entscheidung letztendlich immer den Spielern und ihrem Spielleiter überlassen, und wenn eines dieser Konzepte den Beteiligten gefallen sollte, spricht nichts dagegen, es in das Spiel einfließen zu lassen.


Die irdische Prähistorie des Cthulhu-Mythos

Vor 4,5 Milliarden Jahren: In dieser Zeit, in der die Erde noch immer abkühlt, treten Cthugha und seine Feuervampire auf den Plan. Sie bilden das erste Leben auf unserem Planeten. Die Erde ist von warmen, flachen Meeren bedeckt, aus denen sich von Zeit zu Zeit verschiedene Kontinente erheben.

Vor 1,8 Milliarden Jahren: Aus dieser Epoche stammen die frühesten bekannten Fossilien von Meerespilzen und -algen.

Vor 1 Milliarde Jahren: Die Älteren Wesen kommen auf der Erde an. Sie landen in einem Gebiet, über dem heute die Wellen des antarktischen Ozeans wogen und richten dort eine Kolonie unter dem Meer ein. Aus dem organischen Material am Grunde des Ozeans erschaffen oder beschwören sie die erste Schoggothenmasse, der sie, wie im Buch des Eibon erzählt wird, den Namen Ubbo-Sathla geben, den Vater allen Lebens. Alles irdisches Leben, das komplexer ist als ein Bakterium oder die blaugrünen Algen, stammt von dieser Kreatur ab. Mit Hilfe der von Ubbo-Sathla gezeugten Schoggothen errichten sie schließlich ihre erste große Stadt unter dem Meer.

Vor 750 Millionen Jahren: Aus den Tiefen des Alls erscheinen die mysteriösen Flugkraken auf der Erde. Sie lassen sich in einem Gebiet nieder, aus dem sich später der Kontinent Australien entwickelt und errichten gigantische fensterlose Städte aus Basalt. Sie ernähren sich von den fremdartigen Kegelwesen, die zu jener Zeit dieses Gebiet bevölkern.

Vor 450 Millionen Jahren: Im Laufe der Äonen haben die Älteren Wesen ihre Praxis fortgesetzt, primitive Lebensformen zu erschaffen und auszubeuten. Als einige ihrer experimentellen Geschöpfe entkommen, erlauben die Älteren Wesen ihnen, sich selbst weiter zu entwickeln, woraus schließlich die ersten Wirbeltiere - Fische - und andere Lebensformen entstehen.

Zu diesem Zeitpunkt hat die Erdrinde zwei große Kontinente hervorgebracht, einen in der nördlichen und einen in der südlichen Hemisphäre des Planeten. Die beiden Landmassen driften langsam aufeinander zu.

Vor 400 Millionen Jahren: Durch Zeit und Raum versetzt die Große Rasse von Yith ihr Bewusstsein in die Körper der kegelförmigen Wesen, die das heutige Australien bevölkern. Sie beginnen sofort einen Krieg, um die Flugkraken zu unterwerfen und da diese völlig überrascht werden, gelingt ihnen ein leichter Sieg. Die Große Rasse sperrt die Flugkraken in dunkle, unterirdische Kavernen und errichtet große Städte darüber, um sie zu bewachen.

Vor 350 Millionen Jahren: Die beiden Kontinente prallen zusammen und bilden so den Superkontinent Pangaea, wobei zugleich die Berge Schottlands und Skandinaviens entstehen. Dieser Kataklysmus führt auch zur Bildung einer großen Landmasse im Pazifik, zu der auch K'naa Ponape, Yhe und R'lyeh zählen. Dies sind die Orte, die eines Tages unter dem Namen Mu bekannt sein werden.

Im Gefolge dieses Aufruhrs sickern Cthulhu und sein Gezücht vom fernen Sternensystem Xoth auf die Erde herab und nehmen Mu für sich in Anspruch. Es kommt zu einem Krieg mit den Älteren Wesen um die Vorherrschaft auf dem Planeten, doch zu guter Letzt schließen die beiden Alienrassen einen Waffenstillstand.

Vor 300 Millionen Jahren: Ein weiterer Kataklysmus erschüttert die Erde und lässt das Land Mu unter den Wellen des Pazifiks versinken. Zur gleichen Zeit werden Cthugha und dessen Feuervampire von der Erde verbannt und wahrscheinlich auch viele andere Große Alte eingekerkert.

Vor 275 Millionen Jahren: Das Schlangenvolk gründet in Valusia, einem Land im Zentrum Pangaeas, seine erste Zivilisation. Dies ist das berühmte Erste Imperium des Schlangenvolkes. Im Osten entwickelt sich parallel eine Rasse von schwanzlosen Reptilienmenschen, eine unter Umständen mit dem Schlangenvolk verwandte Rasse, die die Namenlose Stadt erbaute.

Vor 250 Millionen Jahren: Die Schoggothen revoltieren gegen ihre Herren. In dem folgenden Krieg ums Überleben behalten die Älteren Wesen schließlich die Oberhand. Doch nach der fast vollständigen Ausrottung ihrer Sklavenwesen sind sie selbst ebenfalls dem Untergang geweiht.

Vor 225 Millionen Jahren: Das Zeitalter der Reptilien nimmt seinen Anfang. Das Auftreten der Dinosaurier führt zum Sturz des Ersten Imperiums des Schlangenvolkes. Viele Schlangenmenschen finden den Tod, doch andere überwintern oder verbergen sich tief in der Erde, wo sie solche Zivilisationen wie die von Yoth bilden.

Vor 190 Millionen Jahren: Über die gesamte Länge von Pangaea beginnt sich ein von Osten nach Westen verlaufender Riss zu öffnen, durch den Laurasia im Norden von Gondwanaland im Süden getrennt wird. Die Überreste Valusias werden von den Fluten eines Ozeans begraben, aus dem sich eines Tages das Mittelmeer bilden wird. Eine separate Landmasse, aus der sich später die Antarktis und Australien entwickelt, löst sich von Gondwanaland und driftet in Richtung Südpol. Etwa um diese Zeit löst sich das heutige Indien von dieser Landmasse und beginnt auf Asien zuzudriften.

Vor 160 Millionen Jahren: Die Mi-Go gelangen vom Yuggoth zur Erde und richten in den Appalachen ihre erste Kolonie ein. Die Aliens beginnen einen Krieg mit den Älteren Wesen, die daraufhin gezwungen sind, sich nach Süden zurück zu ziehen. Schon bald ist die Erde aufgeteilt - im Norden die Mi-Go, die Älteren Wesen im Süden und die Große Rasse in den Ländern, die Australien umgeben.

Vor 70 Millionen Jahren: Ein Komet oder Asteroid stürzt auf Yucatan und löst heftige Klimaveränderungen aus, die schließlich zum Untergang der Dinosaurier führen. Zu diesem Zeitpunkt haben sich Südamerika und Afrika bereits vollständig voneinander getrennt, ebenso wie die Antarktis und Australien. Nordamerika hat sich von Europa gelöst und treibt immer weiter nach Westen ab; auch Hyperborea reißt sich los, um in Richtung Norden wegzurutschen. Afrika rammt sich später in den Nahen Osten hinein, wodurch schließlich die Alpen, die Karpaten sowie die Pyrenäen entstehen. Zu diesem Zeitpunkt sind der Atlantische Ozean und das Mittelmeer bereits auszumachen, während der größte Teil Zentraleuropas noch unter Wasser liegt. Geologische Kräfte treiben die Anden und die Rocky Mountains in die Höhe.

Vor 65 Millionen Jahren: Die Säugetiere stellen nun die vorherrschende Lebensform auf dem Planeten Erde dar.

Vor 50 Millionen Jahren: Ein Kataklysmus erschüttert die Erde und vernichtet die antiken Kerker der fleischfressenden Flugkraken. Die Große Rasse von Yith flieht unvermittelt aus den Körpern der kegelförmigen Wesen, um das Bewusstsein einer Rasse zu übernehmen, die in einer fernen Zukunft die Erde bevölkern wird. Ohne das überlegene Wissen der Großen Rasse fallen die Kegelwesen den Flugkraken rasch zum Opfer und werden schließlich vollständig ausgerottet. Anschließend verschwinden die Flugkraken fast vollständig vom Angesicht der Erde. In der Antarktis wird die größte Stadt der Älteren Wesen von dem selben Erdbeben vernichtet, das die Berge des Wahnsinns empor steigen lässt. Nach dem Kataklysmus legen die Älteren Wesen den Grundstein für eine neue Stadt, der letzten Oberflächenstruktur, die sie noch errichten werden.

Vor 40 Millionen Jahren: Der indische Subkontinent bohrt sich in die asiatische Landmasse und lässt so den Himalaya entstehen.

Vor 26 Millionen Jahren: Die Kontinente nähern sich nun langsam ihren heutigen Standorten.

Vor 3 Millionen Jahren: In Hyperborea (Grönland) gründen die vormenschlichen, bepelzten Wesen ihre Zivilisation. Sie beten Tsathoggua und dessen Gezücht an.

Vor 1,7 Millionen Jahren: Aus diesem Zeitalter stammt das älteste Eis, das man bis heute auf Grönland fand, ein Fragment des antiken Hyberborea. Etwa zu diesem Zeitpunkt beginnt der Niedergang der Zivilisation der bepelzten Vormenschen.

Vor 1 Million Jahren: Die Eiszeit bricht an und läutet den Niedergang der Voormis-Zivilisation, wie auch das Ende einer neueren fortschrittlichen Zivilisation der Menschen in Zobna ein. Auf Hyberborea entwickelt sich eine menschliche Zivilisation und die Überlebenden von Zobna finden das neue Land namens Lomar. In der Antarktis sinken die Temperaturen und die Älteren Wesen entwickeln künstliche Heizapparaturen.

Vor 750.000 Jahren: Im Norden bilden sich zahlreiche Gletscher - im Laufe der Riss-Periode werden die menschlichen Zivilisationen von Hyperborea und Lomar vernichtet. Die Älteren Wesen in der Antarktis ziehen sich in eine unterseeische Stadt zurück.

Vor 500.000 Jahren: Im Atlantik erhebt sich Lemuria. Dort begründet sich eine menschliche Zivilisation, die länger als 100.000 Jahre überdauert.

Vor 200.000 Jahren: Im Lande Mu, in dem einst Cthulhu und sein Gezücht herrschte, hat sich eine menschliche Zivilisation etabliert. Diese überdauert bis 163.844 Jahre vor unserer Zeit, als sie vom Fluch Ghatanothoas vernichtet wird.

Vor 25.000 Jahren: Das Schlangenvolk errichtet sein Zweites Königreich auf dem Kontinent Thurian, der sich aus der Asche von Lemuria und Atlantis aus dem Atlantik erhoben hat. Das Schlangenvolk wird schließlich von den Menschen niedergeworfen.

Vor 20.000 Jahren: Eine große Katastrophe lässt den Kontinent Thurian versinken.

Vor 12.000 Jahren: Das hyberboräische Zeitalter ist die letzte Ära der großen Zivilisationen vor Beginn der Neuzeit. Seine Länder erstrecken sich über Afrika und Westeuropa.

Vor 11.500 Jahren: Ein erneuter Kataklysmus überzieht die Erde und verändert die Topographie der hyberboräischen Länder - viele antike Zivilisationen werden vernichtet und so versinken die letzten Überreste des alten Atlantis. Aus ihrer Asche bilden sich solche Länder wie Khem im Norden Afrikas und Städte wie etwa Sarnath im mittleren Osten.

Vor 10.000 Jahren: Der Untergang Sarnaths.

Vor etwa 9.000 Jahren: Im mittleren Osten entstehen zum ersten Mal wieder neue Dörfer.

Vor etwa 7.000 Jahren: In Afrika und Asien entstehen die ersten großen Städte. Der Niedergang Khems nimmt seinen Anfang.

Vor etwa 5.000 Jahren: Die sumerische Zivilisation erreicht einen Höchststand; die ersten Dynastien der Ägypter werden begründet; das erste Datum in der Zeitrechnung der Maya.

Vor etwa 4.500 Jahren: Die legendären weisen Könige besteigen Chinas Thron; Erfindung des Papiers.

Vor etwa 3.500 Jahren: Die Israeliten fliehen aus Ägypten; Yog-Sothoth wird aus seinem irdischen Kerker befreit.

Vor etwa 2.500 Jahren: Die Republik von Rom; Thucydides wird geboren, der menschliche Vater der Geschichtsschreibung.