In jener alten Heldenzeit, da unser Ur-ur-urgroßvater die Geschicke unserer Familie bestimmte, hatten der König Otto und sein jüngerer Bruder Heinrich einen großen Zwist. Der Zwist wurde so groß, daß er das Land in zwei Teile spaltete, in jene die für den König waren und jene, die gegen den König und somit mit seinem Bruder waren.
Unser Urahn stellte sich auf die Seite des Königs und gelobte ihm, daß niemand an der Festung Breittal vorbeikommen sollte. Des Königs Bruder Heinrich freilich brauchte freien Durchgang an dieser Festung, wollte er seinen Bruder überraschen und ihm und seinen Soldaten in den Rücken fallen.
So säte Heinrich Zwietracht in das Herz unseres Urahn, so geschickt, daß unser Urahn das Versprechen brach, das er dem König gegeben hatte und Heinrich an der Festung vorbei ziehen ließ.
Doch Heinrich gelang es nicht seinen Bruder, den König zu überraschen und die Truppen Heinrichs wurden vernichtend geschlagen. Der König selbst enthauptete seinen gefangenen Bruder an Ort und Stelle.
Dann zog er gegen die Festung Breittal und vernichtete sie. Unser Urahn wurde gehängt und vom Bischof des Königs verflucht.
Die Schande seiner Ehrlosigkeit läßt unseren Urahn noch heute als Geist in der alten Festung herumirren.
Wem es von der Familie gelingt den alten Einsiedler am See zu finden und ihn von der Reue unserer Familie überzeugen kann, der erhält von ihm das geweihte Wasser. Mit diesem Wasser der Vergebung kann unser Urahn von seinem Dasein als Geist und von seiner Schande befreit werden. Als Dank für diese heldenhafte Tat wird er diesem Erlöser das Versteck zu einem goldenen Diadem zeigen, einem Diadem nicht nur von unschätzbarem Wert, sondern auch das Zeichen unserer Treue zum König.

Granatus, ein edler Held, mußte aus seiner Heimat, einem fernen Land fliehen. Er war der Sohn des Königs und dessen schöner Mätresse. Die Königin war darüber so erzürnt, daß sie die werdende Mutter töten ließ. Herbeieilende Waldwesen, die sahen wie finstere Männer die Frau töteten bevor sie eingreifen konnten, befreiten das ungeborene Kind aus dem toten Mutterleib und zogen es auf.
Doch seine Anwesenheit in dem Wald blieb nicht unbemerkt, da Granatus mächtige Kräfte entwickelte. Der Haß der Königin gegen den Bastard brauste wieder auf und sie ließ seinen Geist durch einen Zauber verwirren.
So zog der Arme rastlos durch die Welt, ohne von seiner edlen Herkunft zu wissen, bis er sich in einem fernen heißen Land in Kübele, eine erfahrene Hexe verliebte. Die heilte ihn von dem Zauber, den die Königin auf ihn gelegt hatte. Doch auch dieses Glück sollte nicht lange für Granatus währen, schon bald erfuhr die Königin von seiner Heilung. Sie verkleidete sich in eine Hexe und vergiftete Kübele. Granatus, der, als er seine tote Geliebte sah, wollte sich mit seinem Messer den Todesstoß versetzen. Was war sein Leben ohne seine Liebe, da verwandelte sich von seinen Augen der tote Körper der Geliebten in eine Panflöte. Fortan eilte er durch alle Länder, spielte seine fröhlichen Weisen und war auf allen Festen ein gern gesehener Gast.
Wie mußte diese Fröhlichkeit die alte Königin quälen, all ihre Pläne und Taten hatten versagt, da holte sie zum letzten Schlag aus. Sie befahl ihrem Sohn und seinen Männern, den Feuerläufern, die Flöte zu stehlen. Die Feuerläufer waren bekannt für ihre göttlichen Kunstwerke. Eines dieser Kunstwerke, eine Perle, in deren Inneren sich alle Farben in einem ständigen Spiel abwechselten, zeigten sie dem armen Granatus. Der war beim Anblick dieses Farbenspiels so versunken, daß er die Welt um sich herum vergaß. Diesen Moment nutzten die Feuerläufer und stahlen die Flöte. Als Granatus den Diebstahl bemerkte wurde er so traurig über den ewigen Haß der Königin, daß er sich in den Wurzeln eines Baumes versteckte und einschlief. Dort schläft er noch heute.
Gehe hin und entreiße den Feuerläufern die Panflöte und bringe sie seinem rechtmäßigen Besitzer, dem armen Granatus. Als Dank wird er dir die Perle geben. Keiner, der anderen Häuser, kann ein solch göttliches Kunstwerk sein eigen nennen. Das Wappen unseres Hauses wird in hellem Glanz erstrahlen.
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